Köster & Biebrich

   Physiotherapie- Sport-  Rehabilitation in Berlin Mahlsdorf


Machen Situps ein Sixpack?

Nach der Sommerpause ein kurzer Beitrag im Blog.

Ob Situps ein Sixpack machen, kann mit ja beantwortet werden, Wenn man davon so viele macht, dass dadurch das Fett weit genug reduziert wird, kann man die Bauchmuskulatur tatsächlich sehen.

Man nimmt also nicht zwingend in dem Areal ab, dass man beim Sport gerade trainiert, sondern reduziert im gesamten Körper die Fettreserven. Da der Körper bevorzugt im Bereich Bauch, Hüfte Fett einlagert, sieht man hier das Sixpack entsprechend spät.

Daher ist es gesünder nicht das Sixpack anzupeilen, sondern allgemein das Bauchfett zu reduzieren.

Das Sixpack kommt dann von allein.

Man sollte ebenfalls nicht vergessen, dass die Leute an denen man sich orientiert, teilweise ordentlich nachhelfen bei den Fotos. Natürlich trainieren sie auch viel aber manche nehmen auch keine Flüssigkeiten zu sich um bei Fotoshoot ordentlich "ripped" auszusehen. Gutes Licht, Make Up  und Photoshop tun das übrige. 

Wenn es Fragen dazu gibt, einfach ansprechen.


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Sport unmittelbar vor einer Operation?

Zuerst muss klar sein, dass es sich bei diesem Beitrag um meine persönliche Meinung handelt. Bevor Sie auf Basis dieses Beitrages eine Entscheidung treffen, sollten Sie vorab auch immer mit Ihrem Arzt sprechen.

 

Ziel der Therapie:

die natürlichen Heilungsphasen unmittelbar vor der Operation zu beginnen, so dass während der Operation und direkt im Anschluss, die Wundheilung vom Körper bereits läuft.

Wie soll das funktionieren? 

Dazu muss man wissen, dass der Körper feste Prozesse hat, mit denen er auf eine Verletzung reagiert.


Man teilt diese Reaktion in folgende Phasen ein.

1. Entzündungsphase 0-5. Tag

2. Proliferationsphase 5.-21. Tag

3. Umbauphase 21.-300. Tag


In der Entzündungsphase beginnt der Körper Gefäße abzudichten, um Blutverlust möglichst gering zu halten, man erkennt eine Anschwellung im Gebiet und der Körper bereitet sich auf die Heilung vor. Die Temperatur im Gebiet nimmt zu und die Durchblutung erhöht sich.


In der Proliferationsphase ist die zelluläre Säuberungsphase weitgehend abgeschlossen und der Körper beginnt damit, neue Kapillaren einzusprossen und Grannulationsgewebe aufzubauen. Hier ist es nun sehr wichtig, für eine optimale Nährstoffzufuhr zum betroffenen Gebiet zu sorgen. Dies kann manuell über Massagen erfolgen, als auch über Mobilisation mit angepasster Belastung.


In der Umbauphase beginnt der Teil der Heilungsphase, der einen entscheidenen Einfluß auf die neue Leistungsfähigkeit der Verletzung hat. Der Körper hat begonnen, dass Grannulationsgewebe zu etablieren und auch die Kollagenfasern stabilisieren sich.  Angepasst an die Funktion des Gewebes, versucht der Körper die Fasern entsprechend der Kraftrichtung auszurichen. Wie man dies per Physiotherapie steuern kann, warum das sehr wichtig ist und was passiert, wenn man den Körper einfach machen lässt, ist zu umfangreich für einen Blog. Dies wird nochmal ein neues Thema werden. Für Ungeduldige : 030/47056215

Also warum nun Sport vor der OP?

Der klassische Muskelkater ist etwas allgemein formuliert, eine Verletzung des Muskels. Die oben beschriebene Reaktion des Körpers auf Verletzungen kann man sich insofern zu Nutzen machen, als dass man die zu erwartende Heilungsphase so legt, dass zum Zeitpunkt der OP der Körper bereits die Vorbereitungen der Wundheilung abgeschlossen hat. Dadurch ist man schneller in der Rehabilitation. Dies mag möglicherweise nicht nach so viel klingen. Es ist jedoch ein enormer Vorteil eine Woche früher laufen oder aufstehen zu können. Man verringert das Thromboserisiko und ist schneller wieder fit. 

Der Vorteil normalisiert sich im längeren Rehabilitationsprozeß wieder im Vergleich zu Nichtsport- Patienten. Jedoch ist besonders in der ersten Zeit der Sport-Patient schneller belastbar. 

In der modernen Orthopädie ist dieser Ansatz und dem Begriff Prehabilitation etabliert.

Für Leute die es gern ausführlicher mögen hier ein interessanter Link  KLICK

Leider nicht auf deutsch aber die deutschen Kliniken holen in der Forschung langsam auf. 

Die Hamburger Asklepius Klinik hat ebenfalls eine kleine Studie mit 19 Patienten gemacht. Hier sollte geforscht werden, wie und ob Patienten mit Sport, vor und nach der OP, schneller wieder fit werden.

Das Ergebnis war so positiv, dass nun weitergeforscht wird und die Studie vergrößert wird.

Man rückt heute immer mehr ab von der alten Ideologie, dass Schonung die entscheidende Empfehlung nach der OP ist. 

Zum Schluss die Frage, für welche OP eignet sich dieser Ansatz und soll man nun einfach loslegen?

Es gab Versuche, die von sportlichen  Vorbereitungen auf Gelenksoperationen, z.B. Hüft-TEP Knie-TEP etc, gingen, bis hin zu Vorbereitungen auf Chemotherapie. Ein amerikanisch- kanadische Team um Dr. Lee W. Jones vom Duke University Medical Center in Durham North Carolina, USA  hat 19 Patienten gebeten, vor der bevorstehen Operation eines Lungenkarzinoms Sport zu treiben. In der Kurzversion kann man zusammenfassen, dass nach der Operation die Lungenleistung natürlich nachließ aber trotzdem deutlich höher war als vor Beginn des Sports. Dies ist natürlich für Patienten, deren Lungen operiert wurden erheblich. 

 

Bevor Sie sich nun wild entschlossen in den Sport stürzen, reden Sie bitte mit Ihrem Arzt und mit uns. Es ist wichtig vor dem Sport abzuklären, welche Bewegungen vermieden werden müssen und welche Strukturen verstärkt trainiert werden sollten.

Übrigens, nach einem ausgeheiltem  Muskelkater ist die Muskulatur leistungsfähiger, als hätten Sie 7 Tage weiter trainiert. Den Trick kann man nicht unbegrenzt wiederholen, aber wenn Sie schnell etwas aufholen wollen oder auf ein spezielles Ereignis hinarbeiten wollen, reden Sie mit uns.        Jens

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Flossing in der Therapie von Gelenkbeschwerden,  nach Operationen und zur Regenerationsverbesserung.

Ich hatte die Möglichkeit, beim Sportmedizinischen Zentrum des Fußballvereins Hannover 96, eine Weiterbildung zum Thema Flossing zu absolvieren.

Geführt wurde die Weiterbildung vom leitendenen Sporttherapeuten des Vereins Ralf Blume. Medical Flossing

Flossing ist nicht nur im Leistungssport eine sehr effektive Technik, um Verletzung an Gelenken zu therapieren. Verklebungen im Gewebe, die oft nach Operationen oder alten Verletzungen zurückbleiben, können effektiv behandelt werden.

Ich habe selbst bisher sehr gute Therapieerfolge erzielen können, sowohl in der Regeneration nach dem Sport als auch bei postoperativen Behandlungen.

Die Therapie ist für den Patienten sehr intensiv aber es lässt sich meist sofort nach der Behandlung ein Effekt spüren.

Die Patienten bschreiben eine erhöhte Beweglichkeit und eine deutliche Abnahme von Schwellungen.

Beim Flossing wird das betroffene Gelenk fachgerecht mit einem speziellen Gummiband umwickelt. Dann wird das Gelenk von Therapeuten in die Funktionsrichtung bewegt. Je nach Schwere der Verletzung kann der Patient noch aktiv, vom Therapeuten unterstützte Bewegungen ausführen. Dann wird das Gummiband zügig abgewickelt. Durch die hohe gerichtete Kompression werden Eiweißbrücken, die sich im Gewebe gebildet haben, gerissen. Dies ermöglicht eine erhöhte Beweglichkeit im Gelenk, wenn die Bewegung vorher muskulär oder bindegewebig eingeschränkt wurde. 

Durch das schnelle Auflösen der Kompression entsteht zudem ein  Sogeffekt, der das betroffene Areal mit neuen Nährstoffen versorgt und gleichzeitig alte Rückstände wegschwemmt.

Interessant ist der Einsatz in der Neurologie, da durch das Gummiband ein deutlicher Reiz zur Wahrnehmung der Stellung des Gelenkes gesetzt werden kann. Dies könnte sich besonders in der Behandlung vom Schlaganfallpatienten bemerkbar machen.


Sollten Sie Fragen zur Therapie und zum Flossing haben oder unsicher sein, ob diese Therapie für Sie geeignet wäre, fragen Sie  Ihren Arzt oder uns.